2. Rollstuhltraining des MS-Treff Erkrath

Im Oktober 2015 konnten wir in einer Hildener Sporthalle mit einer größeren Gruppe am Training von Dr. Horst Strohkendl (Lehrwart des DRS) teilnehmen, da es mit Patrick Moser (DRS Duisburg) einen zweiten Trainer gab. Patrick selbst benutzt seit seinem 5. Lebensjahr wegen angeborener Tetraplegie einen Rollstuhl. Er hat von Anfang an sehr positiv über den Rollstuhl gesprochen und dass man diesen als Chance sehen soll, seine Kräfte besser einteilen zu können, die jeder MSler unterschiedlich zur Verfügung hat. Auch kann der Rollstuhl ein Gewinn an Lebensqualität für jeden sein, der eine Gehbehinderung mit eingeschränkter Laufstrecke hat.

Wir waren eine gemischte Gruppe von 22 Personen: Fußgänger, Rollifahrer, Angehörige und Begleit-personen. Für die Teilnehmer, welche keinen eigenen Rollstuhl besitzen, haben uns das Sanitätshaus Recara aus Leverkusen und Horst kostenlos verschiedene Rolli-Modelle zum Ausprobieren zur Ver- fügung gestellt.

Am Anfang konzentrierten wir uns auf das Beschleunigen, Bremsen und Drehen des Rollstuhles. Da- nach wurde das Herausfinden des eigenen Körperschwerpunktes im Rollstuhl erprobt, was sich als sehr schwer erwies, aber wir übten mit viel Ehrgeiz und Spaß. Nach einer Pause fuhren wir kippelnd durch die Halle, was einer sehr hohen Konzentration bedarf. Als wir das hinbekommen hatten, versu- chten wir auf Matten aufzufahren, welche als Bordsteinersatz dienten. Dabei haben wir sehr viel Ein- satz gezeigt und waren glücklich, wenn es gut klappte. Als Steigerung wurde dann noch eine Zwischenritze der S-Bahn beim Einstieg simuliert. Auch dafür konnte man das gelernte Ankippen gut verwenden.

Anschließend hat Patrick Moser von teils falschen Ausmessungen der Rollstühle durch die Reha-Be- rater erzählt und worauf man alles achten sollte, wenn man einen Rollstuhl für sich bestellt. Er wies uns auch auf Rechte hin, welche man als Behinderter bei den Krankenkassen hat. Zum guten Schluss wurden noch Tricks gezeigt, wie man einen Rollstuhlfahrer gut und sicher über kleine Hürden schieben kann.

 

Zusammengefasst war es ein sehr gutes und informatives Training, wobei alle in einer sehr lockeren Atmosphäre viel gelernt haben.

 

Marion Marzog